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AVone aka. Anthony Vasquez

Der New Yorker AVone, der als Sprayer begann und heute zu den etablierten zeitgenössischen Pop Art Künstlern der USA zählt, bedient sich primär urbaner Sujets.

AVones kompositorisches Talent und sein intuitives Gespür für narrative Zusammenhänge adeln ihn zu einem der relevantesten Vertreter zeitgenössischer Pop Art.

In den USA zählt er zu den prominentesten Vertretern zeitgenössischer Pop Art: Anthony Vasquez, besser bekannt als AVone.

Seine Werke, die vorrangig eine Referenz an seine Heimatstadt New York darstellen, bilden in ihrer Komplexität und sinnbildlichen Sprachgewalt eine Ausnahmeerscheinung.

Nicht nur Sammler begeistern sich für AVones eklektische Collagen, Paste ups und Stencils, auch Medienunternehmen, Wirtschaftskonzerne und Musikschaffende greifen gerne auf seine Kreativität zurück. So zeichnete AVone für das Art Work großer TV-Produktionen verantwortlich, arbeitete für Hip Hop-Größen wie Busta Rhymes und RZA sowie für den Sportartikelgiganten Nike, in dessen Auftrag er sein neues „Air“-Logo für den legendären Basketballspieler Michael Jordan anfertigte.

Wichtigste Inspirationsquelle für AVone ist New York; die Stadt, die niemals schläft, und die weltweit als Symbol für die Hoffnung auf sozialen Aufstieg gilt. In seinen Multi Layer-Werken greift AVone den Seelenzustand der Metropole auf, deren Wahrzeichen und Insignien er in eine äußerst facettenreiche, dabei aber poetisch anmutende Bildsprache kleidet. Die fotorealistische Wiedergabe seiner New York Ansichten wird durch eine patinierte, mal angerostete, mal wattierte Textur gebrochen und gleichsam brutalisiert wie romantisiert. Damit spielt AVone auf die Widersprüchlichkeiten der Stadt an, die sich in der Dualität von Zerfall und Wiederaufbau, Schönheit und Vergänglichkeit, Ignoranz und Überambition spiegeln. Mit Versatzstücken aus Siebdruck- und Stenciltechnik, Malerei und Tape-Art, angereicht mit Elementen aus der Comic- und Hip Hop-Kultur, kreiert AVone eine Stimmung, die den vielschichtigen Vibes der Stadt eindrucksvoll nachspürt. Und in sinfonischen Bildkompositionen gipfelt.

Zudem scheut sich AVone nicht davor, die Malaisen unserer Zeit klar zu benennen und damit implizite Kritik sowohl am Zeitgeist als auch am American bzw. Western way of life zu üben. Er geißelt Gentrifizierung, urbane Verwahrlosung, Rassismus und den Turbokapitalismus, indem er mittels seiner einzigartigen Bildkompositionen für Diversität, Gleichberechtigung und Selbstbestimmtheit eintritt. Das spiegeln auch seine Frauenporträts wieder, wo Anmut und Wehrhaftigkeit zum schlüssigen Konzept einer neuen Weiblichkeit werden.

Vor kurzem wählte AVone Los Angeles zu seinem Lebensmittelpunkt; und so sind neuere Arbeiten des Künstlers vom Licht, den Farben und der Aura von Kaliforniens Metropole durchtränkt – und erweitern seine New York-Chroniken um ästhetische wie sozio-kulturelle Besonderheiten des West-Coast Topos.

AVone lebt und arbeitet wahlweise in New York und Los Angeles. Seine Werke sind in zahlreichen internationalen Privatsammlungen zu finden, darunter von vielen Prominenten aus dem Medien- und Showbusiness. Eins seiner Werke, das zusammen mit Evan Roth entstand, gehört zur Sammlung des Museum of Modern Art, New York.

 

© by 30works-Galerie

AVone aka. Anthony Vasquez

2020

November

The harder you look Soloausstellung, 30works-Galerie, Köln

2019

November

Dirty Dozen Soloausstellung, New Jersey

How NY breaks your Heart Soloausstellung, 30works-Galerie, Köln

Juli

Urban Beauty Gruppenausstellung, Stuttgart

2018

Oktober

Something to say Soloausstellung, 30works-Galerie, Köln

2017

Oktober

The Way back Home Soloausstellung, 30works-Galerie, Köln

Januar

The me nobody knows Soloausstellung, Boston

Ausstellungseröffnung via New Balance & Foot Locker

2016

Oktober

In good Taste Soloausstellung, New York

April

Last Exit to Brooklyn Soloausstellung, Berlin

2015

Juni

The Fake is real Soloausstellung, Soho, New York

2014

Dezember

Erste Ausstellung (The New Yorker) in der Kölner 30works-Galerie und gleichzeitig auch AVones Premiere in Deutschland.

2013

Arpil 

Destroy Rebuild Soloausstellung, Pulsmacher Pop Up Space

2012

November 

American Graffiti Soloausstellung Soho, New York

Juni 

Street Art Ausstellung mit TMNK, Norwegen

Gruppenausstellung, New York

Gotham Gruppenausstellung, Utah

Mai

AVone Soloausstellung Manhattan, New York

2011

November

Future is now Soloausstellung, Detroit

September

Kunstinstallation Eröffnung, New York

August

Quotables Soloausstellung, Boston

2010

Dezember

End of Planet (feat. Katsu), Brooklyn New York

2003

Erste Ausstellungen

2000

Studium Grafik Design in New York

1980

Geburt in New York

AVone aka. Anthony Vasquez

30works: Anthony, Du bist mal in New York, mal in Los Angeles. Bist Du jetzt eher ein East Coast oder doch ein West Coast-Fan?

AVone: Ich bevorzuge die Ostküste. Aber es ist auch schön, zwischen Atlantik und Pazifik wählen zu können und bi-coastal zu sein.

30works: Was an New York vermisst Du, wenn Du in L.A. bist – und umgekehrt?

AVone: Ich sage Euch, was ich nicht vermisse: Den harten New Yorker Winter! Aber tatsächlich ist und bleibt New York meine wahre Heimat. Ich mag L.A., aber es kommt nicht wirklich gegen NY an.

Skateboard oder E-Bike, wenn Du in Kalifornien unterwegs bist...?

Normalerweise würde ich sagen: F* E-Bike! Aber ich bin allmählich zu alt für das Brett, also dann vielleicht doch besser das motorisierte Fahrrad.

Die Entscheidungsfrage für jeden Amerikaner: Tequila oder Budweiser...?

Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Tequila getrunken, und werde es auch nicht tun. Deshalb die eindeutige Antwort: Budweiser!

Du könntest eine Zeitreise unternehmen. Welche Epoche wählst Du?

Für mich käme nur die Zukunft infrage. In die Vergangenheit zu reisen wäre zu gefährlich. Ich würde gerne sehen, wie sich unsere Spezies entwickelt hat. Wie es vielleicht so in 1000 Jahren wäre.

Drei Personen aus der Historie dürften Dich in Deinem Atelier besuchen. Wer bekommt Zutritt?

Einen alten Ägypter; Ramses wäre cool. Dann noch einen Neandertaler. Und einen Sklaven bzw. eine Sklavin aus der unrühmlichen amerikanischen Vergangenheit. Vielleicht Harriet Tubman. Sie half als ehemalige Sklavin ihren Schicksalsgenossen bei der Flucht vor und während des Sezessionskriegs.

Würde man Deine Arbeit in einen Song übersetzen: Welcher Song könnte das sein?

Jeder Song vom Wu-Tang Clan Album „Enter the Wu-Tang: 36 Chambers“. Da vielleicht am ehesten „Can it be so simple“.

Welcher Film flasht Dich bis heute und hat ggf sogar Deine Arbeit beeinflusst?

„Vanilla Sky“ von Cameron Crowe aus dem Jahr 2001.

Dein liebster Film-Held?

Ganz klar „Superman“. Aber nur in der Originalfassung mit Christopher Reeve.

Bevorzugst Du Stille oder Musik bei der Arbeit?

Bei mir läuft niemals Musik, wenn ich arbeite. Aber ich stelle sie mir beim Malen vor, denke laut, spreche häufig mit mir selbst. Also ist es nicht wirklich still.

Welche Künstler haben Dich inspiriert bzw. inspirieren Dich?

Jim Henson, Ted Rall, mein Kunstlehrer Joe Matunis – und noch so viele andere Menschen, die nicht alle Künstler waren bzw. sind.

Wenn Du als Tier wiedergeboren würdest – als welches kämst Du auf die Erde zurück?

Als Tea Cup Chihuahua, der bei einer alten Hispano-Lady, am besten einer typischen mexikanischen Großmutter, lebt.

Welcher Künstlerkollege sollte Dein Porträt für die Nachwelt anfertigen?

Jesse Edwards.

Dein bestes Live-Konzert ever?

Sigur Ros im Madison Square Garden. Ich glaube, es war 2013.

Viele Künstler sind exzellente Köche. Deine besten Küchenkreationen?

Mir wurde oft gesagt: „Anthony, Du wärst bestimmt ein guter Koch...!“ Das impliziert schon das Wesentliche. Aber ich bin ganz gut in Grilled Cheese oder French Toast. Ansonsten koche ich wenig bis gar nicht. In New York gibt’s zum Glück ja viele tolle Delis, Take aways und Restaurants. Da verhungert man nicht so schnell.

Malt man besser, wenn man verliebt ist?

Ja, würde ich sagen. Wenn man verliebt ist, egal ob in eine Idee, ein Gefühl oder eine Person, dann ist man motivierter, glücklicher, fühlt sich besser – als Mensch und als Künstler. Aber auch aus Leid und Schmerz kann große Kunst entstehen. Demnach kann die Antwort auch wieder nein lauten.

Mit wem würdest Du gerne ein gemeinsames Werk schaffen?

Mit Keith Haring, der Legende im Himmel!

Wäre Dein Werk Literatur, hätten wir es dann eher mit Lyrik, Prosa oder Drama zu tun?

Es wäre ein Exposé.

Welche Pflanze spiegelt Deinen Sinn für Schönheit am ehesten wider?

Die Lilie.

Elon Musk sponsert Dir ein Ticket zum Mars. Traum oder Horrorvorstellung?

Einerseits ein Traum im Hinblick auf die Szenerie, die Landschaft und die Perspektive. Das Unbekannte, Neue zu entdecken, daraus sind Träume doch gemacht. Anderseits wäre es aber auch ein Albtraum wegen der Unsicherheit dort zu (über)leben, geschweige denn davon, heil nach Hause zurückzukommen. Speziell für mich, der Flug- und Höhenangst hat!

Was war das Verrückteste, was Du je getan hast?

Die Entscheidung, Künstler zu sein. Es zu versuchen und zu werden.

Ein Motiv, das Du never ever malen würdest?

Mickey Mouse!

 

(30works-Interview mit Anthony Vasquez)

AVone aka. Anthony Vasquez
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