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Claudia Meitert, Malerin

Meine Arbeiten kreisen um die menschliche Präsenz.

Claudia Meiterts Arbeiten entstehen aus der Überzeugung, dass Malerei mehr sein kann als die Darstellung des Sichtbaren. Sie versteht das Bild als einen Ort, an dem Wahrnehmung entsteht und Erinnerung sichtbar, sogar spürbar wird. Zwischen Figuration und Abstraktion entwickelt sie eine Bildsprache, die sich jeder eindeutigen Lesart entzieht und gerade dadurch eine spannungsgeladene, eine besondere Intensität entfaltet.

Ausgehend von persönlichen Erfahrungen verdichtet Meitert Farbe, Form und Material zu atmosphärischen Bildgefügen. Die Künstlerin beschreibt diesen Ansatz mit den Worten: „Das Gesicht als Landschaft, die Geste als Abstraktion.“  Ihre Arbeiten zeigen nicht das Offensichtliche, sondern machen innere Zustände erfahrbar. Jede Schicht, jede Überarbeitung und jede freigelegte Spur bleibt Teil des Werkes und erzählt von einem Prozess, in dem sich Entscheidungen, Zweifel, schmerzvolle wie glückliche Veränderungen einschreiben.

Diese Offenheit setzt sich in der Betrachtung fort. Die Werke verlangen keine schnelle Erklärung und keine eindeutige Interpretation. Sie entfalten ihre Wirkung im langsamen Sehen und eröffnen einen Erfahrungsraum, in dem Wahrnehmung wichtiger wird als Gewissheit. Gerade darin liegt die besondere Qualität von Claudia Meiterts künstlerischer Position.

 

SUBSTANZ STATT SPEKTAKEL

Wie beschreibt Claudia Meitert ihre eigene künstlerische Haltung? Die folgenden Gedanken geben einen unmittelbaren Einblick in ihr Selbstverständnis und ihren Arbeitsprozess:

»In einer Welt der Hyperproduktion von Bildern - algorithmisch, instantan, oberflächlich - ist das langsame Herstellen von Wahrnehmung ein Gegenmodell. Ich erschaffe Werke, die mit der Zeit an Tiefe gewinnen, nicht an Bedeutung verlieren.

Meine Arbeiten kreisen um die menschliche Präsenz. Sind visuelle Erkundungen des Nicht-Fassbaren, malerische Übersetzungen innerer Zustände. Das Gesicht als Landschaft, die Geste als Abstraktion. Alle meine Bildideen basieren dabei auf persönlichen Erfahrungen - entstammen einer Art emotionalem Atlas. Eine innere Sammlung von Bildzitaten, Farbkombinationen, Beobachtungen, Erlebnissen und Empfindungen.

Mich interessiert der Moment, in dem sich eine Form gerade noch auflöst oder eine Landschaft nur noch als Echo wahrnehmbar ist. Die Bilder bewegen sich daher in einem Zwischenraum: zwischen Sichtbarem und Erinnerbarem, zwischen Kontrolle und Offenheit.

Der Malprozess ist für mich ein dialogischer Vorgang. Ich arbeite in Schichten, überlagere, lösche und setze neu an. Jede Entscheidung hinterlässt Spuren. Das Bild ist ein Zeitdokument seiner eigenen Entstehung. Jede Überarbeitung verändert die Richtung des Bildes, so entsteht eine Bildstruktur, die weniger auf Darstellung abzielt als auf Erfahrung.

Materialität spielt dabei eine zentrale Rolle. Oberflächen verdichten sich oder lösen sich auf, Transparenzen bewegen sich dazwischen, Bildräume lassen sich aufbrechen. Farbe nutze ich nicht nur als visuelles Mittel, sondern als atmosphärisches Element, als Träger von Spannung, Rhythmus und Zeit.

Ich verstehe meine Malerei als offenes System. Die Bilder geben keine eindeutige Lesart vor, sie sind Angebote zur Wahrnehmung. Im Idealfall entsteht im Betrachten ein Resonanzraum, in dem Farbe, Struktur und Erinnerung miteinander in Beziehung treten.«

 

Vita

Claudia Meitert (*1978) lebt und arbeitet in Regensburg.

Seit 2012 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig. Ihr Werk bewegt sich an der Schnittstelle von Malerei, Zeichnung und skulpturaler Praxis und wurde in zahlreichen institutionellen sowie unabhängigen Ausstellungen präsentiert. Arbeiten von Claudia Meitert befinden sich heute in privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa.

Ein bedeutender Abschnitt ihrer künstlerischen Entwicklung war das Studium der Malerei und Zeichnung an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor. Von 2023 bis 2026 studierte sie dort als Meisterschülerin von Prof. Markus Lüpertz und vertiefte ihre Auseinandersetzung mit den Ausdrucksmöglichkeiten zeitgenössischer Malerei sowie dem Spannungsfeld zwischen Tradition und Gegenwart.

Bereits 2014/15 wurde Claudia Meitert mit einem Stipendium der Oswald Zitzelsberger Kunst- und Kulturstiftung ausgezeichnet. 2024 war sie Finalistin des international renommierten Arte Laguna Prize in Venedig, einem der bedeutendsten Wettbewerbe für zeitgenössische Kunst.

Neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit engagiert sich Claudia Meitert auch in der Vermittlung von Kunst. Seit 2024 ist sie als Gastdozentin an der Technischen Hochschule Deggendorf tätig.

Claudia Meitert ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) sowie im Neuen Kunstverein Regensburg.

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