Allgemein
Vita
Interview
Video
Georg Pummer, Maler

Der Meister des Glitch-Stils setzt der natürlichen Vergänglichkeit das Prinzip des künstlerischen Bewahrens entgegen.

Mit seinen so anmutigen wie irritierenden Porträts hat sich Georg Pummer als Meister des „Glitch-Stils“ etabliert. Hierbei werden gezielt eingebaute Bildstörungen zum ästhetischen Prinzip erhoben und definieren damit ein neues visuelles Konzept. Aufgrund der Videoästhetik, die den auf Acrylmalerei basierenden Werken des Österreichers anhaften, erscheinen die analog kreierten Verfremdungen, Auslassungen und Fragmentierungen wie elektronisch generiert. Was letzten Endes in einer digitalen Anmutung seiner Bildwelten gipfelt. So denkt man bei der Betrachtung an typische Zerrbilder von TV-Empfangsgeräten oder verpixelte Ansichten auf Displays, die Georg Pummer dereinst zu seinen Porträts inspirierten. Durch den implizierten Auflösungsprozess erfahren die realistisch dargestellten Figuren eine (meta)physische Transformation, die sie flüchtig und unwirklich macht. Und damit im Surrealismus verortet.

Das zentrale Thema des österreichischen Künstlers ist die Vergänglichkeit allen Seins, Fühlens und Denkens. So wie die Schönheit der Endlichkeit unterworfen ist, sind es auch unsere Gefühlslagen, unsere Wahrnehmungen und unsere Sichtweisen. Der Zustand des Kontinuums existiert nicht, alles ist und bleibt stets eine Momentaufnahme. Pummers Werke fangen oder vielmehr frieren diesen einen Moment eines Blickes, eines Fühlens und Seins ein, konservieren ihn und setzen dem Gesetz der natürlichen Vergänglichkeit das Prinzip des künstlerischen Bewahrens entgegen. Augen und Mund, die als Spiegel unseres Seelenlebens fungieren, lässt er stets klar und unversehrt, um seine Motive lesbar zu halten und dem Betrachter damit Orientierung zu geben.

Seine Farbsprache verstärkt die emotionale Kraft seines Oeuvres: Ein helles Blau und warmes Orange mit Retroflair soften die Digitalanmutung und addieren wahlweise psychologische Momente von Erdung und Ruhe oder von Leidenschaft und Affektgetriebenheit. Was sich bei jenen Arbeiten, die in schwarze Hintergründe getaucht sind, dramatisch verdichtet.

Zu seinen größten Vorbildern zählt Pummer den Schweizer Surrealisten H.R. Giger, der nicht zuletzt aufgrund seiner Filmdesigns Geschichte schrieb. Dessen Einfluss lässt sich in den Skulpturen und Wandinstallationen Pummers erkennen, wo er sich mit dem Konflikt von Mensch und Natur, falschem Handeln und sozialer Verantwortung auseinandersetzt. Und den zeitgenössischen Surrealismus virtuos in einen neuen Visionismus überführt.

Georg Pummer lebt und arbeitet als als freischaffender Künstler bei Herzogenburg in Niederösterreich. Seine Kunstwerke wurden bereits u.a. in den USA, China, Italien, England sowie Frankreich ausgestellt und finden sich in zahlreichen internationalen Privatsammlungen.

Georg Pummer, Maler

2020

Discovery art fair, Messebeteiligung, Frankfurt

Artmuc, Messebeteiligung, München

Jet lux art, Ausstellung, Palma de Mallorca  (Spanien)

Uniq Luxury, Ausstellung, Mexiko-Stadt (Mexiko)

Veröffentlichung Sherlock Holmes global Edition

Jet lux art, Ausstellung, Ibiza  (Spanien)

Arte hotel, Soloausstellung, Krems (Österreich)

Art Karlsruhe, Messebeteiligung, Karlsruhe

2019

Affordable art fair, Messebeteiligung, Hamburg

Discovery art fair, Messebeteiligung, Frankfurt

Artmuc, Messebeteiligung, München

Ibiza art fair, Messebeteiligung, Ibiza (Spanien)

Stroke, Messebeteiligung, München

Salon golden garden, Ausstellung, Lyon (Frankreich)

Ausstellung, Budapest (Ungarn)

Art Innsbruck, Messebeteiligung, Innsbruck (Österreich)

2018

Palm art award 2018 „recognition prize“

Saatchi Kunstsammlung „get the look: bold&electric“

Saatchi Kunstsammlung „color story: garnet red“

Kitz art award, Kitzbühel (Österreich)

Ibiza art fair, Messebeteiligung, Ibiza (Spanien)

Carrousel du Louvre, Paris (Frankreich)

Cbk-blackout, Amsterdam (Niederlande)

Antibes art fair, Messebeteiligung, Antibes (Frankreich)

Resistance omega, Ausstellung, New York (USA)

International prize of nations –tribute to Tiziano, Venedig (Italien)

Golden Garden, Ausstellung, Cannes (Frankreich)

Elixir, Ausstellung, Wien (Österreich)

2017

Shanghai art fair, Messebeteiligung, Shanghai (China)

Individual connections, Ausstellung, New York (USA)

Ausstellung, London (England)

Elusive Biographies, Ausstellung, New York (USA)

Art busan, Messebeteiligung, Busan (Korea)

New York art week, New York (USA)

Ausstellung, New York (USA)

Veröffentlichung Buch „101 top fine artists of our day“

New York Art Expo, Messebeteiligung, New York (USA)

L.a. Artshow, Messebeteiligung, Los Angeles (USA)

2016

Palm art award, certification of excellence

Shanghai art fair, Messebeteiligung, Shanghai (China)

Days of open galleries, Soloausstellung, Österreich

Art busan, Messebeteiligung, Busan (Korea)

New York Art Expo, Messebeteiligung, New York (USA)

Domus art gallery, Rom (Italien)

Ausstellung, Wien (Österreich)

2015

Miami Art Week, Miami (USA)

Vienna art saloon, Wien (Österreich)

Days of open galleries, Soloausstellung, Österreich

Georg Pummer, Maler

30works: Du könntest eine Zeitreise unternehmen. Welche Epoche wählst Du?

Georg Pummer: Ich war in meiner Kindheit so ein richtiger Dino-Fan. Also einen Sprung in die Kreidezeit um T-Rex beim kuscheln zuzusehen wäre mir definitiv eine Reise wert. Falls das doch ein Stück zu weit zurück ist, würde ich mal das Mittelalter anpeilen. So bisschen Schwertkämpfe, Burgen, Schlösser und hübsche Prinzessinnen finde ich auch ganz spannend.

30works: Würde man Deine Arbeit in einem Song widerspiegeln wollen: Welcher Song wäre das?

Georg Pummer: „One Bullet Left“ von der Schweizer Metalcore Band Breakdown of Sanity. Dieses Genre ist mit Sicherheit etwas speziell, mit viel Tempowechsel und Breakdowns versehen – passt aber perfekt zum Glitch-Stil bei meinen Arbeiten. Ich liebe diese Musik.

Drei Personen aus der Historie dürften Dich in Deinem Atelier besuchen. Wer bekommt Zutritt?

H.R. Giger, Jonny Cash und mein Opa, der leider vor meiner Zeit lebte. Es würde mich sehr interessieren, was der von meinen Arbeiten hält.

Welcher Film flasht Dich bis heute und hat ggf sogar Deine Arbeit beeinflusst?

Alien

Bevorzugst Du Stille oder Musik bei der Arbeit?

Ohne Musik geht gar nichts.

Womit belohnst Du Dich nach einem langen Tag im Atelier?

Ein paar schnelle Riffs auf der E-Gitarre in meinem Atelier gehen immer. Nebenbei spiele ich gerne Fußball und Tennis.

Welche Künstler haben Dich inspiriert bzw. inspirieren Dich?

H.R. Giger, Gottfried Helnwein, Gerhard Richter als bildende Künstler.

Aber auch Bands wie Heaven Shall Burn, Breakdown of Sanity und Lorna Shore inspirieren mich zu meinen Arbeiten. Speziell thematisch nehme ich gerne etwas davon mit.

Wenn Du als Tier wiedergeboren würdest – als welches kämst Du auf die Erde zurück?

Ganz klar: Der weiße Hai. Hat mich schon immer fasziniert. Schwerelos durch die Meere gleiten. Fühlt sich sicher gut an.

Welcher Künstlerkollege sollte Dein Porträt für die Nachwelt anfertigen?

Ganz klar: Benjamin Burkard, ich liebe seine Arbeiten 😉

Welches Buch hat Dich zuletzt begeistert?

Stephen Kings „The Stand“- Das letzte Gefecht. Ein pur apokalyptisches Endzeit-Szenario – irgendwie auch thematisch passend zu dieser Zeit.

Dein bestes Live-Konzert ever?

Mein erstes Metalcore-Konzert, mit drei Bands, wo jeweils Damen an der Front ins Micro gebrüllt haben. Das alles in einem kleinen Lokal, rappelvoll, ca. 200 Personen, alles bewegt sich, schwitzt und schreit, einfach herrlich! Momentan kaum noch vorstellbar. Ich hoffe, sowas kommt wieder.

Wie haben Deine Eltern reagiert, als Du Dich für das Künstlerdasein entschlossen hast?

Es gab volle Unterstützung, das war wichtig und hat mich sehr gefreut.

Hast Du ein Ritual oder einen Spleen, der für Deine Arbeit essenziell ist?

Nach einer richtigen Artist-Session von mir, im totalen Künstlerchaos bleibt fast immer ein Pinsel, den ich vergesse auszuwaschen. Und der dann eintrocknet. Das zählt fast schon als Ritual.

Malt man besser (oder anders), wenn man verliebt ist?

Vielleicht finde ich es noch heraus – kann aber auch sein, dass es mich aufhält.

Dein liebstes Outfit bei der Arbeit?

Jogginghose, Hoodie und Cap

Mit wem würdest Du gerne ein gemeinsames Werk schaffen?

Mit Benjamin Burkard. Vielleicht geht da ja bald was!

Welcher Mensch hat Dich am meisten geprägt?

Mein Vater und alles, was er sich durch harte Arbeit, Fleiß und Ehrgeiz erschaffen hat.   

Lieber das Haus am Wasser oder die Dachterrasse in der Stadt?

Ich bin auf Dauer kein Stadtmensch, genieße aber die Ausstellungen im urbanen Raum. Die Ruhe und der Bezug zur Natur ist dagegen für mein Schaffen essenziell.

Welche Pflanze spiegelt Deinen Sinn für Schönheit am ehesten wider?

Die Pfingstrose samt ihrer Vergänglichkeit.

Elon Musk sponsort Dir ein Ticket zum Mars. Traum oder Horrorvorstellung?

Hmmmm?! Also, wenn es sich ausgeht, und ich Sicherheit erhalte, dass ich in absehbarer Zeit wieder zurück kommen und nebenbei auch malen könnte, dann ließe sich darüber reden.

Was war das Verrückteste, was Du je getan hast?

Ich glaube, als ich mich entschlossen habe Künstler zu werden;-)))

 

(30works Interview mit Georg Pummer)

Georg Pummer, Maler
Zurück zur Künstlerübersicht
cross