About
Wiebke Bader, Bildhauerin

Ich überlege mit den Händen.

Meine Werke laden dazu ein, sie zu umrunden, ihre Oberflächen, Vertiefungen und Lichtwirkungen zu entdecken und eine eigene Beziehung zu ihnen aufzubauen. Die Bedeutung entsteht im offenen Dialog zwischen Skulptur und Betrachtendem. Die Bedeutung entsteht in dem Moment, in dem eine Form eine innere, eine persönliche Resonanz erzeugt.

Manche Skulpturen beschreiben einen Körper. Andere erzählen eine Geschichte. Die Arbeiten von Wiebke Bader tun weder das eine noch das andere. Sie eröffnen einen Raum der Wahrnehmung, in dem Form, Licht und Bewegung zu einem stillen Dialog verschmelzen. Ihre organisch fließenden Skulpturen wirken zugleich kraftvoll und leicht, geschlossen und offen. Sie greifen die Dynamik organischer Prozesse auf, ohne sie nachzuahmen und entfalten eine Präsenz, die sich jeder eindeutigen Deutung entzieht.

Jede Arbeit entsteht aus einem beharrlichen Prozess des Suchens, Verdichtens und Verwerfens. Wiebke Bader entwickelt ihre Skulpturen nicht nach einer vorgegebenen Idee, sondern folgt der Form selbst. „Meine Arbeit wird bestimmt von der Suche nach einer Form, die in sich völlig stimmig ist.“ Linie für Linie, Volumen für Volumen wächst eine plastische Sprache, in der Spannung und Balance, Bewegung und Ruhe zu einem ausgewogenen Ganzen finden.

Es gibt keinen bevorzugten Blickwinkel. Jede Umrundung eröffnet neue Beziehungen zwischen Licht und Schatten, Oberfläche und Raum. Rundungen verdichten sich, Öffnungen entstehen, Konturen verändern sich. Die Skulptur bleibt in Bewegung, obwohl sie ruht. Erst im Gehen entfaltet sie ihre ganze Präsenz und wird zum Gegenüber des Betrachtenden.

Die Verbindung aus handwerklicher Präzision und architektonischem Denken prägt Wiebke Baders künstlerische Haltung. Nach ihrer Ausbildung zur Tischlerin studierte sie Architektur, bevor sie sich ganz der Bildhauerei widmete. Heute entstehen Skulpturen, deren Ausdruck unabhängig vom Material bleibt. Ob Bronze, mineralischer Guss oder farbig gefasste Oberfläche. Nicht das Material bestimmt ihre Wirkung, sondern die innere Stimmigkeit der Form und ihre Präsenz im Raum. Entscheidend ist die Fähigkeit, Resonanz auszulösen.

Die 30works-Galerie präsentiert mit Wiebke Bader eine Bildhauerin, deren Werke den Raum nicht besetzen, sondern ihn zum Schwingen bringen. Sie laden dazu ein, den Raum zu umrunden, dem Wechselspiel von Licht und Form zu folgen und jene stille Resonanz zu entdecken, die zwischen Skulptur und Betrachtendem entsteht.

Vita

Wiebke Bader lebt und arbeitet als freischaffende Bildhauerin in Aalen.

Ihre künstlerische Laufbahn verbindet handwerkliche Präzision mit architektonischem Denken. Nach einer Ausbildung zur Tischlerin studierte sie Architektur an der Technischen Universität Braunschweig. Für ihre hervorragenden Studienleistungen wurde sie ausgezeichnet und in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Die intensive Auseinandersetzung mit Raum, Proportion und Konstruktion bildet bis heute eine wesentliche Grundlage ihrer bildhauerischen Arbeit.

Seit 2014 konzentriert sich Wiebke Bader vollständig auf die Bildhauerei. In einem offenen, experimentellen Arbeitsprozess entwickelt sie organisch fließende Skulpturen, die Bewegung, Spannung und Gleichgewicht in einer eigenständigen plastischen Formensprache verbinden. Ihre Werke entstehen in unterschiedlichen Materialien, darunter Bronze, Holz, mineralischer Guss und farbig gefasste Oberflächen. Unabhängig vom Material steht stets die Suche nach einer in sich stimmigen Form im Mittelpunkt.

2021 erhielt Wiebke Bader ein Stipendium der Stiftung Kulturwerk.

Ihre Arbeiten werden regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Dazu zählen unter anderem Ausstellungen in der Mainzer Kunst Galerie sowie im Gmünder Kunstverein. Darüber hinaus entstehen Modelle und Skulpturen für den Innenraum ebenso wie für den öffentlichen Raum.

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